Einführung 2018-01-18T10:22:55+00:00

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …“

Kann ich als Erwachsener überhaupt noch ein Instrument richtig lernen? Ich bin doch viel zu alt …

Das Wichtigste gleich zum Anfang: es kommt nicht darauf an, wie alt Sie sind. Denn es lohnt sich jederzeit, mit dem Musikmachen anzufangen. Egal, ob man nun Rentner, Schüler oder Student ist. Die heutigen Unterrichtsstandards und Lehrwerke sind in der Regel so konzipiert, dass ein fähiger und einfallsreicher  Lehrer mittels didaktischer und methodischer Fähigkeiten in der Lage ist, den Schüler instrumental dort „abzuholen“, wo er gerade steht. Zumindest geben wir uns große Mühe, dies in der Praxis erfolgreich umzusetzen.

Man sollte sich natürlich als Erwachsener der Tatsache bewusst sein, dass Kinder im Vergleich zu uns „Alten“ – biologisch bedingt – wesentlich schneller lernen. Aber im Gegenzug zu vielen Erwachsenen brauchen die Kinder auch mehr entsprechend Zeit für Fortschritte auf ihrem Instrument. Das hängt zum Einem mit der noch nicht voll entwickelten Feinmotorik und der kindlichen Konzentrationsfähigkeit zusammen, die natürlich stark variiert –   zum Anderem damit, dass für die allermeisten Kinder das Instrument eben nur ein Hobby neben vielen anderen Aktivitäten ist. Hier sind die Eltern gefragt.

Krise beim Spielen oder Üben? Das kommt vor. 

Es ist wichtig darauf zu achten, dass die Kinder neben dem regelmäßigem Unterricht auch zu Hause gefördert und ermutigt werden zu üben. Und dass sie eben nicht bei der ersten Krise das Handtuch werfen, denn das geht ja leider beim Matheunterricht in der Schule auch nicht. Daher sind wir Lehrer auf die Hilfe und enge Zusammenarbeit mit den Eltern angewiesen. Je mehr die Eltern mit ihren Kindern gemeinsam musizieren, umso selbstverständlicher wird der Alltag zur Musik. Denn das, was Kinder in ihren ersten entscheidenden Jahren lernen, prägt und beeinflusst sie für alle späteren Entwicklungsjahre. Ein Jugendlicher oder Erwachsener kann bei entsprechendem Fleiß und Disziplin ganz schnell die Jahre aufholen, die ihm ein vom früh an regelmäßig unterrichtetes Kind voraus hat. Aber er muss mehr Zeit darin investieren, sich autodidaktisch oder mit Hilfe des Lehrer grundmusikalische Fähigkeiten wie Rhythmusgefühl, Gehör und musikalisches Empfinden anzutrainieren.

Aber lassen Sie sich von diesen Umständen nicht abschrecken, nutzen Sie dieses Wissen lediglich als Informationsbasis. Bleiben Sie Ihrem Instrument treu. Oder falls Sie schon immer den Wunsch gehegt haben, ein neues Instrument zu erlernen und bisher einfach nicht die Zeit dazu gefunden haben, dann probieren Sie es trotzdem – und lassen Sie sich das von niemanden ausreden. Denn jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …